Sept 10, 2022

Was ist Polyneuropathie?

zwei Hände massieren Fußsohle

Kribbeln? Brennen? Oder Taubheitsgefühle in Beinen, Füßen und Händen? Dies sind typische Symptome einer Polyneuropathie. Wie Sie Polyneuropathie erkennen, was Ursachen der Nervenstörungen sind und wie Sie Polyneuropathie behandeln können, haben wir für Sie zusammengefasst.

Was macht eine Polyneuropathie aus?

Als Polyneuropathie werden Schädigungen peripher Nerven bezeichnet. Periphere Nerven sind nicht Teil des Zentralen Nervensystems, sie liegen also nicht im Schädel oder im Rückenmark, sondern außerhalb (=peripher). Periphere Nerven haben aber die Funktion über Schnittstellen Impulse aus dem Gehirn und Rückenmark an andere Stellen im Körper weiterzuleiten und Nervenimpulse gleichermaßen auch wieder zurückzuleiten. Das periphere Nervensystem ist für die willkürliche Steuerung von Bewegungen und Reflexen zuständig, aber auch für unwillkürliche Vorgänge wie Atmung, Verdauung und Stoffwechselprozesse.

Polyneuropathie betrifft vorrangig die Nerven des willkürlichen Nervensystems. Sie ist je nach Alter die häufigste Erkrankung des peripheren Nervensystems. Betroffen sind in Deutschland ca. 5-8 % der Erwachsenen. Das sind mindestens 4.4 Mio. Menschen, die in ihrem Alltag größten Herausforderungen gegenüberstehen. Doch was heißt es eigentlich an Polyneuropathie zu leiden?

Symptome einer Polyneuropathie

Betroffene berichten vor allem von

  • kribbelnden Händen, Füßen oder Beinen
  • brennenden oder stechenden Schmerzen in Händen, Füßen oder Beinen
  • Taubheitsgefühlen in den Fingern oder Zehen
  •  Missempfindungen: Wärme oder Kälte sowie unterschiedliche Strukturen oder Texturen werden nur schwach oder nicht mehr wahrgenommen
  • Muskelabbau oder Muskelschwäche, Muskelkrämpfe
  • Druckschmerzen

Als Konsequenz aus diesen Symptomen entwickeln viele Polyneuropathie-Patienten sekundäre Symptome wie Gangunsicherheiten, Stürze oder ein erhöhtes Wundaufkommen.

Die Symptome betreffen meist nur die äußeren Gliedmaßen. Dehnen sich Nervenschädigungen allerdings aus, können auch andere Körperareale, sogar innere Organe betroffen sein und folgende Symptome können auftreten:
• trockene Haut
• Verlust der Körperbehaarung
• Inkontinenz
• Herzrasen, Blutdruckschwankungen
• Erektionsstörungen.


Je nach Ausprägung der Symptome bedeutet die Polyneuropathie eine mehr oder weniger große Einschränkung für die Betroffenen im Alltag. Normale Handlungsabläufe und Gewohnheiten können unter Umständen nicht mehr oder nur in angepasster Form durchgeführt werden.
Zum Teil besteht aufgrund von Desensibilisierungen sogar eine erhöhte Unfallgefahr. Der Bedarf nach Unterstützung steigt in der Regel mit zunehmender Dauer der Beschwerden. Der Leidensdruck kann für Menschen mit starken polyneuropathischen Beschwerden immens groß sein.

Wie kommt es nun aber zu einer Polyneuropathie?

Ursachen einer Polyneuropathie

Die Ursachen einer Polyneuropathie können sehr vielschichtig sein. Man geht heute von ca. 200 möglichen Auslösern einer Polyneuropathie aus. Oft gibt es nicht nur eine Ursache, sondern mehrere Faktoren spielen zusammen.

Es gilt in der Diagnostik besonders sorgfältig zu schauen, woher die Nervenprobleme stammen, um geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Trotz vielfältiger Diagnosemöglichkeiten bleibt bei knapp 30 % der Patienten die Ursache trotzdem unklar.

Als häufigste Ursache polyneuropathischer Leiden gilt in Europa und Nordamerika Diabetes mellitus. 8-54% der Typ-1- und 13-46% der Typ-2-Diabetiker sind durchschnittlich von der sogenannten diabetischen Neuropathie betroffen.
Aber auch dauerhafter Alkoholmissbrauch führt in 66 % der chronisch Alkoholkranken zu starken Nervenschädigungen und zu polyneuropathischen Beschwerden. Hinzu kommt bei dieser Gruppe, dass sie oftmals unter Mangelernährung bzw. starken Nährstoffdefiziten leiden, die die Nervenfunktionen zusätzlich beeinträchtigen.

Die Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie ist zudem die häufigste Nebenwirkung von Tumorbehandlungen. Die verwendeten Zytostatika können Nerven zum Teil stark und damit die Empfindungen beeinträchtigen. Weitere Ursachen einer Polyneuropathie können sein:

  • Medikamente & Medikamentenmissbrauch
  • Vererbung bzw. Genetik
  • Umweltgifte
  • Autoimmunerkrankungen

Polyneuropathie behandeln

Die Heilungschancen von Polyneuropathie hängen stark von ihrer Behandlung ab. Die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten wiederum richten sich nach den Ursachen und der Grunderkrankung – sofern vorhanden. Eine gründliche Diagnostik ist für die Wahl der Behandlung also enorm wichtig.

Der Erfolg einer Therapiemethode kann nicht vorausgesagt werden, da auch dieser wiederum von einer Reihe an unterschiedlichen Faktoren abhängt. Die Behandlung einer Polyneuropathie hat oftmals lediglich die Symptomatik im Blick und entsprechend zum Ziel, die jeweiligen Beschwerden zu mindern und den Betroffenen so ein Stück weit ihre Lebensqualität zurückzugeben.

a) medikamentöse Therapie:

Häufige Therapiebestandteile sind: Da gewöhnliche Schmerzmittel (Analgetika) wie Ibuprofen, Aspirin usw. bei einer Polyneuropathie nicht wirksam sind, kommen eine Vielzahl anderer Medikamente zum Einsatz. Die erste Wahl ist meist Gabapentin, Pregabalin, Duloxetin, Trizyklika

aus: Deutsches Ärzteblatt | Jg. 115 | Heft 6 | 9. Februar 2018

b) topische Therapien: 

Topisch heißt, „an der Oberfläche“ bzw. äußerlich. Zum Einsatz kommen bei Polyneuropathie zum Beispiel die Wirkstoffe Lidocain oder Capsaicin in Form von Pflastern, Cremes, Ölen o.ä. 

c) Physikalische Therapien

Physikalische Behandlungen umfassen bei Polyneuropathie zum Beispiel Physio-, Ergo- oder Trainingstherapien, aber auch Kälte-Wärme-Behandlungen, Wechsel- oder Bewegungsbäder oder Elektro-Impuls-Behandlungen. Sie haben zum Ziel Schmerzen zu lindern, die Durchblutung zu verbessern, Muskeln zu stärken und Mobilität zu fördern. Bei der Wahl und Gestaltung der Therapie orientieren sich die Spezialisten vornehmlich an den Symptomen und funktionellen Defiziten des jeweiligen PNP-Falles.

In der Physiotherapie gehen Polyneuropathie-Betroffene vor allem Übungen zur Verbesserung der Stand- und Gangsicherheit nach, trainieren ihr Gleichgewicht, Koordination und Selbstwahrnehmung. Bei Lähmungserscheinungen (Paresen) wird die Muskelkraft und -funktion gezielt erhöht und die muskuläre Balance wiederhergestellt. Ergotherapeutische Maßnahmen bei Polyneuropathie umfassen gezielte Übungen, um Beeinträchtigungen der Handfunktion zu reduzieren sowie ggf. die Anpassung von Hilfsmitteln. Elektrotherapeutische Verfahren nutzen gezielte Stromimpulse, um Nerven zu stimulieren und Schmerzen zu bekämpfen. Mittels Elektroden werden solche Impulse über an die betroffenen Muskelpartien bzw. Nerven weitergeleitet. Bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) werden erzeugte Reize über die Nerven an das zentrale Nervensystem weitergeleitet, wo die Wahrnehmung u.a. durch Freisetzung entsprechender Botenstoffe gehemmt werden soll. Die Hochtontherapie arbeitet mit elektrischen Wechselfeldern in einem niedrigeren Frequenzbereich. Dies soll gewährleisten, dass die Energie tief ins Gewebe eindringt und den Zellstoffwechsel positiv beeinflusst. Beide Verfahren sind in ihrer Wirksamkeit nicht belegt. Sportliche Aktivität erwünscht Ergometer- oder Krafttraining positiv auf Ausdauer und Muskelkraft

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Alternativ greifen Betroffene auf folgende Behandlungsmöglichkeiten zurück: 

Naturheilkunde

Naturheilkundliche Verfahren können ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung polyneuropathische Symptome lindern oder ihnen vorbeugen. Es gibt eine ganze Bandbreite an Bereichen der Naturheilkunde, die hier bedient werden können. Hauptsächlich kommen Dunkelfeldmikroskopie, Milieutherapie und die (klassische) Homöopathie zum Einsatz. Tausch dich am besten mit einem Heilpraktiker oder naturheilkundlich versierten Hausarzt über entsprechende Möglichkeiten der Behandlung aus.

 Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) gilt als eigenständiges Medizinsystem, das nicht nur in China, sondern zunehmend auch in der westlichen Medizinpraxis Einzug hält. Sie ist geprägt von einer holistischen (ganzheitlichen) Sicht auf den Patienten. Polyneuropathie resultiert aus Sicht der TCM aus einer Ansammlung von Substanzen, die der Körper nicht (mehr) in der Lage ist auszuscheiden. Therapeutisch arbeitet die TCM hier mit einer Kombination aus Akupunktur, chinesischer Arznei, Ernährungsberatung und einer Lebensstil-Veränderung.

Coachings, Psychologische Begleitung

Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss der Polyneuropathie auf die Psyche, sodass entsprechende Coachings, Schmerzbewältigungstrainings oder Psychotherapie an einer Auflistung von Behandlungsmöglichkeiten an dieser Stelle ebenso ihren Platz erhalten sollen. 

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